Feedback geben und Verantwortung übernehmen

Scrabble Steine, die das Wort Feedback zeigen

Selbsthilfegruppen leben davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, sich aktiv einbringen und miteinander im Gespräch bleiben. Dazu gehört auch, gemeinsam hinzuschauen: Was läuft gut? Wo entstehen Missverständnisse? Und wie wirkt das, was ich sage oder tue, auf andere? Eine offene und wertschätzende Feedbackkultur schafft den Rahmen dafür, solche Fragen anzusprechen. Feedback zu geben, bedeutet dabei, sich einzubringen und Verantwortung für das Miteinander in der Selbsthilfegruppe zu übernehmen.

Feedback stärkt das Miteinander in der Selbsthilfegruppe

Feedback kann in der Selbsthilfegruppe für alle Beteiligten hilfreich sein: Wer eine Rückmeldung erhält, gewinnt eine zusätzliche Perspektive und kann besser einschätzen, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt.

„Wer Feedback gibt, teilt die eigene Wahrnehmung und zeigt damit, dass die Gruppe, ihre Mitglieder und das Miteinander wichtig sind“, erklärt Anke Wolfert, freiberufliche Beraterin und Trainerin. Damit Feedback seine Wirkung entfalten kann, sollte es wertschätzend, konkret und respektvoll formuliert sein.

Ich-Botschaften statt Vorwürfe

Für die Formulierung von Feedback eignen sich Ich-Botschaften besonders gut. Sie beschreiben die eigene Wahrnehmung, ohne die andere Person zu bewerten. Statt „Du machst immer …“ ist beispielsweise eine Formulierung wie „Ich habe bemerkt, dass …“ hilfreicher.

„Ich-Botschaften helfen dabei, bei der eigenen Wahrnehmung zu bleiben und der anderen Person keine bestimmte Absicht zu unterstellen“, sagt Wolfert. So kann das Feedback leichter angenommen und ein offenes Gespräch ermöglicht werden.

Fünf Regeln für gutes Feedback

Wer in einer Selbsthilfegruppe Feedback geben möchte, sollte die folgenden fünf Regeln beachten:

  1. Nachfragen: Ist Feedback gerade erwünscht?
  2. Ich-Botschaften nutzen: Die eigene Wahrnehmung beschreiben, statt Vorwürfe zu machen.
  3. Konkret bleiben: Eine bestimmte Situation ansprechen, statt pauschal zu urteilen.
  4. Beschreiben statt bewerten: Beobachtungen schildern, ohne die Person zu beurteilen.
  5. Zeitnah reagieren: Feedback möglichst direkt und in einem passenden Rahmen geben.

So bleibt die Rückmeldung nachvollziehbar und kann dazu beitragen, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Feedback geben heißt, Verantwortung zu übernehmen

Feedback zu geben bedeutet, Verantwortung für das Miteinander in einer Selbsthilfegruppe zu übernehmen. Im Seminar „Verantwortung in Selbsthilfegruppen übernehmen – Meine Rolle, meine Aufgaben, meine Werkzeuge“ am 19. September 2026 in Zwickau lernen Sie einfache Methoden kennen, um respektvoll Feedback zu geben. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Gruppentreffen gut strukturieren, den Austausch erleichtern und mit herausfordernden Situationen im Gruppenalltag sicher umgehen können.

Die Autorin: Mandy Fleer, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Selbsthilfeakademie Sachsen.